Manuel gewinnt Vereinspokal

Das ganze Brett unter Kontrolle
In einem spannenden Finale konnte er sich gegen den Titelverteidiger und großen Favoriten Phil mit 2,5-1,5 durchsetzen. Damit gewinnt er endlich seinen ersten "großen" Vereinstitel.
Wie in den letzten Jahren wurde wieder im KO-Modus mit anschließendem Schweizer System gespielt; Best-of-4-Matches im Schnellschach. Leider diesmal nur 9 Teilnehmer; die Turnierleiter sind ja offen für Anregungen, aber bei "Puh, Freitagabend Schach spielen" etwas schwierig. Neu diesmal ein Qualifierturnier, bei dem bessere Startpositionen und die direkte Qualifikation für das Viertelfinale erspielt werden konnten.
Freddy, Manuel und Phil konnten sich punktgleich vor Steffen und dem Rest durchsetzen. Diese Top 4 hatten damit einen Punkt für das Schweizer System sicher und ein Freilos im Achtelfinale. Stattdessen wurden untereinander Seeding-Matches gespielt. Manuel schnappte sich mit einem 3-1 Comeback gegen Freddy die Pole Position und das Recht seinen nächsten Gegner zuerst auszusuchen.
In den Viertelfinalen setzten sich die (Rating-)Favoriten relativ souverän durch. (Manuel-Gerhard 3-0, Freddy-Torsten 3-0, Steffen-Sebastian 3-0, Phil-Bernd 2,5-0,5).
Im Halbfinale konnte Manuel wieder seine Stärke mit wenig Bedenkzeit beweisen: 2,5-1,5 gegen Steffen. Phil gegen Freddy war deutlich souveräner.
Das Finale bot vier spannende umkämpfte Partien. Manuel legt vor, Remis, Phil zieht nach. In der letzten Partie wählte Manuel ein von ihm fast nie gespieltes Holländisch und überraschte sich damit mehr selber. Trotzdem schaffte er es im Mittelspiel die Kontrolle zu übernehmen und sich mit aktivem Figurenspiel durchzusetzen.

Kein Weißvorteil bei der Kleidungswahl
Eigentlich dafür bekannt lange schlecht zu stehen und mit spätem Gegenspiel zu gewinnen, zeigte sich der Champion bei manchen Partien überrascht: "Die Eröffnungen waren dubios, aber danach gings eigentlich immer. Also Mittelspiel war schon okay." Alle mitschreiben, am Freitag, 29.05. 20 Uhr gibt er ein Training für alle!
Steffen hatte bei seinen Spielen mehr Überblick als beim Turnierformat: "Ich habe den Modus nicht verstanden. Aber grandios nicht im Finale zu sein und trotzdem Zweiter zu werden." Tja, wer nur gegen den Turniersieger verliert, und gegen den Rest gewinnt, kann sich eben am Finalisten vorbeischieben.
Phil hat bereits seine CM- und FM-Ambitionen geäußert: Das Rating wird vermutlich bald kommen, die Star-Allüren sind zumindest schon da. Das (für den Turniersieg irrelevante) Seeding-Match gab er krankheitsbedingt kampflos verloren. Danach kam er in bester Carlsen-Manier mehrfach eine halbe Stunde zu spät. Nach der Finalniederlage gab sich der amtierende Stadtmeister aber kämpferisch das Double zurückzuholen: "Nächste Mal wird wieder"
Wir sind gespannt.
Alle Ergebnisse gibt es hier.
